Was ist Casterror?

Heute morgen, den Spazierweg zum Bäcker, Brötchen holen, an der Böschung zur Bahnstrecke über mir Krach wie im Krieg, nichts zu sehen, dann ein moderner langer Hubschrauber, schwarz, keine Kennzeichnung, ganz langsam, er steht über mir. Und darunter kommt ein Zug hervor, blau mit lustigen bunten Spiralmustern, kaum ein Mensch darin, einer schaut aus dem Fenster, von denen die immer gleich aussehen, so wie auch die Hunde in animal farm gleich aussehen. Zwischen diesen Personen-Waggons plötzlich die runden Castorbehälter, silberne Zylinder, harmlos aussehend, auch das Radioaktivitätsschild ist so klein, daß ich es erst suchen muß. Klar, mitten durch unsere Stadt Hannover fährt die gefährliche Last. Und plötzlich stehe ich nur 4 Meter entfernt von dem Castortransport.

Früher unterhielt man sich über die Verbrechen dieser Art. Es wurden Organisationen gegründet wie der BUND, die begleiten uns nun Jahrzehnte und beschäftigen die Aktivisten für die Erde, damit wir spenden, demonstrieren, und so. Immer friedlich. Doch nun ändert sich die Haltung der Menschen plötzlich. Früher wurden die Funktionäre als Menschen betrachtet. Es wurde mit Ihnen diskutiert. Sie wurden nicht getötet, die Frage kam nicht auf und es gab dafür keine Akzeptanz. Heute werden die Folgen der Gefahren durch Atomnutzung höher eingeschätzt.

Menschen erkennen eine Notwendigkeit, ihre Haltung zu ändern. Viele Menschen in den sog. demokratischen Ländern, erachten es neuerdings als wichtig, das Wohl der Menschheit über das Wohl eines Einzelnen zu setzen. So erachten heute mehr und mehr Menschen, daß es folgerichtig sei, einige Menschen zu töten, zum Beispiel die, welche das Atomprogramm betreiben oder Castoren beschützen, um dafür das Leben und die Menschheit zu erhalten oder ihre Kinder zu schützen. Falls es Ihnen gelingen sollte, auf diese Art die Zukunft zu gewährleisten und unsere Nachfahren uns eines Tages fragen, wie wir nur zusehen konnten, daß einige Menschen Atommüll nach Gorleben transportierten, dann werde ich mich schämen müssen wie ein Gauleiter, denn ich schieße nicht in den Zug!

Neue Überlegungen sind für die träge Gemeinschaft anfangs befremdlich, doch mehren sich Gedanken zu einen Weg des friedlichen Widerstands, den dritten Weg: Die Zerstörung eines Castors während des Transports, die vollständige nachhaltige Verseuchung eines bestimmten Gebietes wie etwa Frankreichs oder Deutschlands. Auch der folgende Tod von Millionen sei demnach kein Akt der Gewalt gegen einen Menschen und somit mit dem Pazifismus zu vereinbaren für Kriegsdienstverweigerer?

So findet Verständnis der Christ gegenüber dem Moslem, dessen Verzweiflungstaten er bislang verachtete, wenn er darüber sinniert, wie er die Erde retten könne, so kommen zusammen heute links und rechts durch solche neue Wege gegen den Terror der Atom-Schreckensherrschaft und ihre Helfer und Helfershelfer. Es fühlen sich langsam mehr Bürger berufen, solch ein Opfer zu bringen, wundern wir uns nicht mehr! For the Earth

Werbeanzeigen