Strukturelle Feindschaft

Es ward offenbar, dass einige Menschen sich nicht mit dem zu festigenden Stamm identifizierten, da sie sich ihm nicht ureigens angehörig erachteten, aktiv oder auch passiv. Probleme dieser Art gab es seit Langem, doch wurde darüber bislang nur theoretisiert mit wenig Veränderung der Situation. Nun wurde verkündet, dass es strukturelle Feindschaft gibt. So wie wir uns früher bereits über das Vorhandensein struktureller Gewalt klar wurden, erlaubten wir uns nun, strukturelle Feindschaft als gesellschaftliche Realität anzuerkennen, der eine einzelne Person ausgeliefert ist, aufgrund bestimmter Eigenschaften, die ihr als erwähnenswert normabweichend zuerkannt werden oder von der Person selbst sich zugeschrieben werden, im Sinne einer Überhebung gegenüber der Masse.

Um jedem darzustellen, wie es sich mit der strukturellen Feindschaft verhält, dass der Einzelne sie nicht verschuldet, obgleich er sich in sie verfängt und dass diese deshalb umso mehr neutralisiert werden möge, bedienen sie sich zielgruppengerecht zweier sehr unterschiedlicher Lehrbeispiele in der Diskussion, die im Radio in der Dauerpropagandasendung übertragen werden. Durch diese Beispiele werden die drei Wurzeln (Geschlecht, Rasse, Religion) erkannt und es kann gedanklich von einem der Beispiele, welches einem verständlich erscheint, das Grundprinzip analog auf andere Strukturelle Feindschaftsebenen transferriert werden.

Die erste und verständlichste, weil unmittelbar in der Kernfamilie seit Geburt erlebte strukturelle Feindschaft ist gleichsam die sich am leichtesten zu verbündende. Sie erscheint dadurch als die ungefährlichste, ist aber aufgrund ihrer Fatalität diejenige, an der wir am kreativsten wirken wollen, da sie grade als Keim für alle weiteren Verschiedenheitswahrnehmungen wie Rasse oder Religion gelten mag:

Mit einem Augenzwinkern bis peinlicher Berührtheitl versteht ein Mann, dass er zwar seiner Frau gegenüber eine tiefere Verbundenheit und Zugewandtheit lebt und loyal ihre Versorgung und ihren Schutz gewährleistet, oft unter Einsatz des Lebens und der Gesundheit wie gegenüber keiner anderen Person oder aber einem gleichgeschlechtlichen Freund einerseits, jedoch ein sexuelles Abenteuer außerhalb seiner Partnerschaft nahezu ausschließlich mit dem strukturellen Verbündeten, einem gleichgeschlechtlichen teilen können wird, da Verschiedenheit der heterosexuellen Partner selten Verständnis daüber zulässt, sie somit strukturelle Feindschaft erleiden. Das zweite Beispiel ist komplexer, ich werde es jetzt nicht erklären.

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