Gemeinwesen-gestützte strategische Partnerschaft

DragonDreaming Empowering Business 4

Alle Systeme, die wir aufgebaut haben, basieren auf Wachstum. Wir sind nun in der Geschichte der Menschheit an einem Punkt angelangt, an dem grenzenloses Wachstum nicht mehr weiter möglich ist. Wir sehen jetzt bereits Symptome, die uns aufzeigen, dass Expansion nicht mehr länger möglich ist.Eines dieser Symptome ist die Ausbreitung von Wüsten. Jede Mittelmeerinsel leidet unter Wasserknappheit. Und weiterhin sehen wir die Ausdehnung der Sahara hin zu Gebieten Nordafrikas, Südportugal, -spanien und -italien, wie es das zuvor nicht gab. Auch nach Süden hin dehnt sich die Sahara aus. Das ist eines der Symptome. Weitere Symptome sind das Verschwinden der Wälder, der Verlust des Ozon, der Anstieg von Kohlendioxid in der Atmosphäre sowie die Vergiftung des Wasserkreislaufs. All diese fünf Symptome sind das Ergebnis unserer Trennung von der Natur.

Wenn man Ausdehnung in einem System hat, dass begrenzt ist, so endet das System dadurch, dass es sich selbst kannibalisiert. Darum erleben wir das täglich hunderte von Arten für immer aussterben.Und wir haben keine Ahnung davon, welche Effekte das Aussterben dieser Arten auf uns und die Erde haben wird. Also müssen wir ein anderes System aufbauen. Aus dem was wir aus diesem falschen System gelernt haben wissen wir, dass das neue System zwar in der Lage sein muss für einige Zeit wachsen zu können,  dann jedoch auf einer Stufe der Nachhaltigkeit einhalten möge. Wir wollen uns anschauen, wie wir das tun können und was uns dazu fehlt.

Die politische Ideologie, die wir bisher hatten, bestand daraus, dass wir entweder eine kapitalistische oder sozialistische Wirtschaft hatten. Und dies verursachte Gewinner/Verlierer-Spiele, auf beiden Seiten. Dies hatte eine Verzerrung zur unseres Wirtschaftssystems zur Folge. Unser bestehendes System ist in zwei Dimensionen aufgebaut. Die erste Dimension ist eine Eigentumsdimension, also Privateigentum oder Allmende. In der zweiten Dimension geht es um Entscheidungsfindung: Überlassen wir es dem Markt die Entscheidungen zu treffen oder planen wir sie. Und dies erzeugt vier verschiedene Arten von ökonomischen Systemen und nicht zwei.

Zu Beginn der industriellen Revolution waren alle Unternehmen in privater Hand und haben nach dem Marktmechanismus leiten lassen. Und heute gibt es noch viele Unternehmen dieser Art, die so vorgehen, die kleinen bis mittleren Unternehmen. Diese Unternehmen haben einige Charakteristika gemeinsam: In der Regel gehören sie einer Person oder einer kleinen Gruppe und alle Erträge aus diesen Unternehmen bleiben in der Gemeinde aus welcher der Profit generiert wurde. In der ersten Phase der industriellen Revolution waren alle Unternehmen dieser Art, bis in die 1870er Jahre. Seit dieser Zeit begann eine zweite Art von Unternehmen zu entstehen, erstmals in Deutschland und den USA. Das war der Beginn dessen, was wir heute als transnationale Unternehmen bezeichnen (Siemens, IG-Farben, Krupp, Thyssen, Carnegie-Steel, Standard Oil). Bis zu den 1930er Jahren bestand die Wirtschaft aus einem Mix dieser beiden Unternehmensformen. Doch was dann geschah, war dass die kleinen bis mittleren Unternehmen sich in der Klemme sahen zwischen den großen Transnationalen Unternehmen einerseits und den Gewerkschaften andererseits. Beginnend mit Moussolini in Italien und Hitler in Deutschland entwickelten sich Staatsunternehmen und dadurch etablierte sich der Sektor des unternehmerischen Staats. Um Deutschland und Italien begegnen zu können, musste die USA und Großbritannien dieses Modell der gemischten Wirtschaft übernehmen.

Man glaubte bis in die frühen 1970er Jahre dass diese Mischökonomie die besten Aspekte aus den beiden Systemen des Kapitalismus und des Sozialismus kombiniere. Seit den 1970er Jahren läuft etwas falsch, denn seit dem wurde der Profit der Kleinen und Mittleren Unternehmen geringer und die Transnationalen Unternehmen wollten die Kontrolle über die Staatsunternehmen übernehmen. Seitdem erwächst eine neue Unternehmensform, die Genossenschaften und Nichtregierungsorganisationen. Seit den 70er Jahren haben sich Millionen von Nichtregierungsorganisationen gegründet. Wir können dies als die Entstehung eines planetaren Immunsystems erachten.

Es ist anzunehmen, dass es noch einen weiteren Sektor gibt, einen der uns verblüffende Möglichkeiten für das 21. Jahrhundert offenbaren wird. Denn dieser noch fehlende Sektor  einer Gemeinwesen-gestützten strategischen Partnerschaft wird uns die Möglichkeit bieten, wirkliche Gewinner/Gewinner-Spiele zu erleben. Dieser hat bestimmte Charakteristika. Es ist eine gänzlich andere Form von Unternehmung, da er nicht auf Hierarchie aufbaut. Alle anderen vier sind hierarchisch. Selbst die Nichtregierungsorganisationen und Genossenschaften oder Vereine sind gemäß ihrer Rechtsform hierarchisch aufgebaut. Diese Rechtsformen der hierarchischen Prinzipien für Gesellschaften und Organisationen wurden in der Zeit von 1870 bis 1930 ausgearbeitet. Doch nun sind wir im 21. Jahrhundert und versuchen aufstrebende Probleme dieses Jahrhunderts zu lösen, benutzen jedoch Methoden aus dem 19. Jahrhundert. Und diese Methoden des 19. Jahrhunderts sind nicht nur außerstande unsere Problem zu lösen, sie sind sogar ein Teil des Problems als solches geworden.

Die Frage des Klimawandels, um nur ein Beispiel zu nennen, sie kann nicht von den kleinen bis mittleren Unternehmen gelöst werden, ebensowenig wie von den transnationalen Kooperationen, sie kann nicht durch die Staatsunternehmen gelöst werden und auch nicht allein durch die Nichtregierungsorganisationen. Doch alle der vier genannten Unternehmen haben Ressourcen. Und wenn sich Möglichkeiten finden, diese Ressourcen zu kombinieren, dann könnten wir vielleicht die Antwort auf Fragen des Klimawandels finden. Es wird sich dann die Frage auftun, wie bauen wir eine Gemeinwesen-gestützte strategische Partnerschaft auf?

Wir werden diese Partnerschaft nicht unter Nutzung von traditionell hierarchischen Methoden aufbauen können.

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